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Sonntag, 13. September: Dorfmühle und Dorfbackhaus in Stetten

Tag des offenen Denkmals in Kernen

Die Dorfmühle in Stetten im Remstal steht am Sonntag, 13. September, den Besuchern offen. Foto: Numberger

Kernen. Dieses Jahr steht der Tag des offenen Denkmals, der Sonntag, 13. September, ganz unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. In der Dorfmühle in Stetten werden um 11 und 15 Uhr Führungen angeboten. Mit Holzofenbrot und Süßmost können sich die Gäste am Dorfbackhaus stärken. Der Eintritt ist frei.

In Kernen i. R. werden am Tag des offenen Denkmals das Landesamt für Denkmalpflege, der Verein für Heimat und Kultur Kernen e. V. und die Stettener Landfrauen die Dorfmühle und das Backhäusle präsentieren. Beide Bauwerke liegen in Stetten an der Mühlstraße.

Die Dorfmühle ist, wie es im wasserreichen Remstal erwartet werden kann, als Wassermühle konzipiert. Sie wurde erstmals 1494 mit dem Pächter Hannß Buckeler urkundlich erwähnt und war eine herrschaftliche Bannmühle. Über die Jahrhunderte wurde sie beständig an die technologische Entwicklung angepasst und optimiert.

Schwere Unwetter gingen auch damals nicht spurlos über das Land, so fanden 1733 die durch einen starken Wolkenbruch zerstörten Wasserbauten Eingang in die Chronik. Das Wehr wurde hernach verstärkt und erhöht, ganz wie in heutiger Zeit der Hochwasserschutz. Das große Mühlensterben, das im 19. Jahrhundert durch die effektiveren industriellen Großmühlen einsetzte, betraf die Dorfmühle nicht. Sie wurde 1829, kurz vor dem Tod des Herzogs Wilhelm Friedrich Philipp von Württemberg, dem letzten Adeligen im Stettener Schloss, durch die Hofkammer an Johannes Schell verkauft. Im Jahr 1949 wird als Müller Ernst Schlegel genannt. Er baute die Mühle um und ersetzt auch, sicher aus Gründen der Effektivität, im Jahre 1959 das Mühlrad durch eine Wasserturbine. Fünfzehn Jahre später war auch die Zeit der Wassernutzung und damit der Mühlenbetrieb mit Zuschüttung des Mühlkanals zu Ende. Der letzte Müller, Oskar Schlegel, nützte die Mühle bis 1998 noch zum Mehlhandel.

Am Tag des offenen Denkmals soll, zusammen mit den neuen Eigentümern der Mühle, den Besuchern ein Eindruck dieses technischen Denkmals und ein Überblick über die Mühlenwirtschaft des Ortes vermitteln werden. In einem Dokumentarfilm berichtet die inzwischen verstorbene letzte Müllerin von ihrem Berufsalltag. Im Gespräch mit einem Bauforscher erfahren die Gäste mehr über die technischen Zusammenhänge in einer Mühle und über die Qualität der Ausstattung. Der früher reichsritterliche, später württembergische Ortsteil Stetten hatte drei Bannmühlen, von denen neben der Dorfmühle heute auch noch die Seemühle bestehen blieb.

In direkter Nachbarschaft zur Mühle steht das Dorfbackhaus. Dies wurde im Zuge des Verbotes von häuslichen Backöfen für die Dorfgemeinschaft im 19. Jahrhundert gebaut. Am Tag des offenen Denkmals werden hier Holzofenbrot und Süßmost angeboten.

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