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Kleine Kehrwoche :::

Kehrwoche führt zu „Disputz“

Mathias Schwappach

Ich freue mich auf Ihre Meinung zu diesem Thema.
Ihr Mathias Schwappach
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Die „Kehrwoche“ ist heilig. Das ist keineswegs ein Eigenlob, sondern eine schwäbisch-kulturelle Tatsache. Nicht nur die Einhaltung von Terminen, sondern auch der gebührende Respekt vor der erbrachten Leistung sind wünschenswert. Weil das nicht jedem so ganz bewusst ist – es gibt ja auch „Nei’g’schmeckte“ – kam es vermutlich zu der Begebenheit, über die ich heute erzählen will.

Mit Belustigung las ich die Meldung aus Friedrichshafen, wo sich Folgendes zutrug: Eine 39-jährige Frau kehrte in ihr Wohnhaus zurück und musste, um in eben dieses Appartement zu gelangen, ein Treppenhaus passieren. Dort war ihre 43-jährige Nachbarin soeben mit dem Wischmopp zugange und erledigte ihre Kehrwoche. Als die Heimkehrende über die frisch gewischte Fläche laufen wollte, da kam es zum Eklat. So stelle ich mir das vor.

Erzürnt hob die Putzende ihren Wischmopp und rief laut: „DU ... KANNST ... NICHT ... VORBEI!“ – Als die Angesprochene dennoch ihren Weg fortsetzen wollte, wurde der Wischmopp zur Waffe und in deren Richtung geschwungen. Gerade noch, so erzählte später die 39-Jährige der Polizei, habe sie sich in ihre Wohnung in Sicherheit bringen können. Sonst, ja sonst hätte sie womöglich ganz ordentlich eine „gewischt“ bekommen! Sogleich wählte sie den Notruf, handelte es sich doch hierbei nicht bloß um Wischi-Waschi, sondern brutales „Mopping“!

Als die Polizei an Ort und Stelle eintraf, erwischte (!) sie die Wischmopp-Wüterin bei der Fortsetzung ihrer Arbeit und stellte sie zur Rede. Jene bestätigte im Wesentliche die Version ihrer Kontrahentin und begründete ihr Tun damit, dass die 39-Jährige „beim Laufen über die geputzte Fläche übermäßigen Schmutz verteilt“, weshalb sie drohend den Mopp erhoben habe. Derweil war die Schmutzfüßige offenbar nicht so wehrlos, wie angegeben: Sie bedrohte die Putzende mit einem Pfefferspray.

Was will die so zur „Putzilei“ degradierte Staatsmacht da noch tun? – Die Beamten haben „mit beiden Frauen ein ernstes Gespräch“ geführt, sie zur Mäßigung ermahnt und ordentlich runtergeputzt: Denn höchstens, wenn einer illegal etwas abstaubt, anderen eins auswischt, oder zwei sich die Fresse polieren – das sind Fälle für die Polizei. So ein Nachbarschafts-„Disputz“ ist ohnehin völlig unnötig und beleidigt die heilige Kehrwoche: Denn die ist eben nunmal nicht für die „schmutzige Wäsche“ gedacht.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach

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